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Zeppelinstandort Gilching?

Folgt man den Presseberichten der letzten Tage, so könnte man fast den Anschein haben, die beiden Gemeinden Gilching und Gauting wollten unbedingt Standort eines Riesenprojekts der Firma Hangarworld werden. Diese plant eine „Lern- und Ergebniswelt“ inklusive Zeppelinstart- und landeplatz, Restaurants und Kongresshotels zu errichten.

In den Presseberichten wird Bezug genommen auf eine nichtöffentliche Informationsveranstaltung der Firma Hangarworld mit den Gilchinger und Gautinger Gemeinderäten. Da ich selbst bei dieser Veranstaltung anwesend war, kann ich die Presseberichte nicht bestätigen. Von „Begeisterung“ (Süddeutsche Zeitung vom 23.9.16) habe ich nichts gespürt. Auch die Aussage des Kreisboten vom 1.10.16, wonach Hangarworld in einer Pressemitteilung geschrieben habe, dass es „bis auf die Gilchinger Grünen (…) positive Rückmeldungen“ gab, ist schlichtweg falsch. Dies ist der Pressemitteilung von Hangarworld auch nicht zu entnehmen. Man hat das leise Gefühl, dass manche Pressevertreter, wie schon bei den Diskussionen zur Ansiedlung des Aldi-Logistikzentrums, mal wieder etwas über das Ziel hinausschießen. Dass die Gilchinger Bürgerinnen und Bürger die Aussagen der Lokalmedien sehr genau hinterfragen, zeigt sich in der täglichen politischen Arbeit doch sehr deutlich. Ich bin davon überzeugt, dass dies auch beim Projekt „Hangarworld“ der Fall ist.

Der Job der Gilchinger Gemeinderäte ist es, auch angesichts der Erfahrungen rund um die letztlich von den Bürgern abgelehnte Ansiedlung des Aldi-Logistikzentrums, solche Vorschläge intensiv, ergebnisoffen und bei Betrachtung aller Argumente zu diskutieren. Deshalb wäre es naiv und politisch unklug, zu Beginn der jetzt startenden Diskussion eine klare Position zu beziehen. Warum? Weil die Firma Hangarworld noch sehr viele Fragen wird beantworten müssen, damit die Entscheidungsträger mit gutem Gewissen die Vor- und Nachteile abwägen können. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb bin ich sowohl erstaunt über die überschäumende Freude der Gautinger Bürgermeisterin Kössinger als auch die grundlegend ablehnende Haltung der Gilchinger Grünen.

Über Vorschläge redet man. Man macht sich Gedanken über Vor- und Nachteile. Man wägt ab. Und dann entscheidet man. Dieser Prozess dauert nicht meist einen Tag, sondern oftmals Wochen und Monate. Wir sollten uns diese Zeit nehmen und dann kluge Entscheidungen treffen. Das erwarten die Gilchinger Bürgerinnen und Bürger von uns und das machen wir.

 

Bildquelle: Hangarworld

1 Antwort
  1. Meier
    Meier says:

    Gut Ding, braucht gut weil ,heißt es im Sprichwort und das sollte man auch mit Sachverstand angehen.
    Kritik gehört dazu und diese sollte Ernst genommen werden.

    Antworten

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